Präzises Einstellen mit Linearantrieben

Lineare Bewegungen wie Öffnen und Schließen sowie das genaue Einstellen der Textilrollenposition sind Standardbewegungen, die hervorragend mit einem Aktuator umgesetzt werden können. Linearantriebe sind sparsam, energieeffizient und einfach abzustimmen: Überzeugen Sie sich selbst!

Linearantrieb ersetzt Hydraulik

LACO D300 casestory
Der Austausch von Hydrauliksystemen durch elektrische Aktuatoren kann erheblich zu Energieeffizienz und Wartungsfreundlichkeit von Anlagen in der Textilindustrie beitragen. LACO Machinery, Hersteller von Industriewäschemangeln, hat elektrische Antriebe bereits in seinen Maschinen verbaut: Beim Einstiegsmodell 300 wurde das Hydrauliksystem, das die Mulde der Mangel an die Walze drückt, durch Linearantriebe ersetzt.

Was LACO Machinery noch plant
Der Austausch von Hydrauliksystemen durch elektrische Aktuatoren kann erheblich zu Energieeffizienz und Wartungsfreundlichkeit von Anlagen in der Textilindustrie beitragen. Laco Machinery, Hersteller von Industriewäschemangeln, hat elektrische Antriebe bereits in seinen Maschinen verbaut: Beim Einstiegsmodell 300 wurde das Hydrauliksystem, das die Mulde der Mangel an die Walze drückt, durch Linearantriebe ersetzt. Dies erwies sich als erfolgreich: „Für unsere Händler ist das sogar ein Verkaufsargument“, erklärt Werksleiter Andy Geldhof. Die einzigen Einschränkungen bestehen im Bereich der möglichen Arbeitslänge und der Andruckkraft.

Von Nick Vanderheyden

LACO MACHINERY

Laco Machinery wurde 1994 als Geschäftsbereich der Werkhuizen Lapauw gegründet. Geschäftsführer Romain Lapauw befasste sich zunächst mit der Entwicklung kleiner gewerblicher Bügelmaschinen für Wäschereien sowie für Dienstleistungsunternehmen wie Hotels, Pflegeheime und Krankenhäuser. Zusammen mit seinen Söhnen Dominique und Yves trieb er die Expansion der Abteilung Industriewäschemangeln stetig voran. „Unser erstes Modell war eine Bügelmaschine mit einer Einzelwalze, deren Durchmesser 500 mm betrug“, erinnert sich Dominique Lapauw. „Das war unser Kerngeschäft: der Entwurf kleinerer Maschinen nach Kundenspezifikation“.

Familienbetrieb

2010 wurde Laco Machinery von Werkhuizen Lapauw abgespalten; die Geschäftsleitung übernahm Dominique Lapauw. Kurz vor diesem Schritt kam auch sein Sohn Thibault in die Firma. Also wird die familiäre Atomsphäre, die das Unternehmen schon seit drei Generationen kennzeichnet, wohl noch eine Weile erhalten bleiben.

GEZIELTES OUTSOURCING

Einer der Hauptgründe für die Abspaltung lag im geplanten Outsourcing. „Davor ließen wir externe Arbeiten vor allem von Werkhuizen Lapauw durchführen. Dort war der Auftragseingang allerdings sowieso schon sehr hoch, und so kam es zu Engpässen mit langen Wartezeiten.“ Auch Andy Geldhof, der 2004 zu Laco kam und jetzt Werksleiter bei Laco Machinery in Kuurne ist, kennt diese Probleme und erläutert: „Nicht nur die längeren Wartezeiten, sondern auch unsere Suche nach Alternativen zum Outsourcing trugen zu unserer Entscheidung bei. Wir haben nämlich festgestellt, dass sich durch Auslagerung von Prozessen noch wesentliche Kosteneinsparungen realisieren ließen. Inzwischen werden beispielsweise 90 % der Schweißarbeiten von einem externen Unternehmen durchgeführt. „Nur die Schweißungen an den Mulden, den Walzen und dem Wärmetauscher bleiben im eigenen Haus“, ergänzt Geldhof. „Diese Teile bilden das Herzstück der Maschine und sind dadurch besonders kritisch.

KONTINUIERLICHE INNOVATION

Laco Machinery sucht ständig nach Innovationsmöglichkeiten, die eine noch bessere Abstimmung seiner Produkte auf die Wünsche des Marktes ermöglichen. Seit 2006 arbeitet das Unternehmen mit LINAK zusammen. Diese Zusammenarbeit ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich mit vereinten Kräften innovatives Denken fördern lässt. Das Ergebnis ist die Kombination des aufgebauten Know-hows mit vielversprechenden neuen Technologien.

Prozessoptimierung durch elektrische Antriebe

Das Modell 300 war die Basis für diese Innovation. Es ist das Einstiegsmodell des Herstellers und wird in Serie gefertigt. „Da es sich um ein Standardmodell handelt, das keine kundenspezifischen Anforderungen zu erfüllen braucht, suchen wir ständig nach Wegen, es noch effizienter und benutzerfreundlicher zu gestalten“, erklärt Geldhof. „Eine der Möglichkeiten hierzu bot das Hydrauliksystem, das die Mulde der Wäschemangel an die Walze drückt. Dank unserer Zusammenarbeit mit LINAK kamen wir schnell zu dem Schluss, dass dieses System klar vereinfacht werden konnte, und zwar mithilfe von linearen Aktuatoren.“

Platzsparend und wartungsarm

„Mit seinem kompakten Format und seiner ausgezeichneten Leistung ist der LA12 Aktuator eine einfache und sparsame Alternative zu pneumatischen und hydraulischen Systemen“, bestätigt Nico Planckaert von LINAK. „Außerdem ist dieses Modell wartungsarm und dank seines robusten Entwurfs auch für den Betrieb unter extremen Bedingungen geeignet.“

Eigenschaften des Typs LA12

  • 12/24 V DC Permanentmagnetmotor
  • Maximale Kraft 750 N
  • Geschwindigkeit: max. 40 mm/s
  • Arbeitslänge: 130 mm

Optionen für Typ LA12

  • Reed-Kontakt
  • Potentiometer (max. 100 mm Arbeitslänge)
  • Hall-Sensor für IC-Option
  • Absolute Lagerückmeldung
  • Integrierte Steuerplatine

Präzise Steuerungsmöglichkeit

„Eine elektronische Steuerplatine überwacht in Echtzeit den Stromverbrauch des Aktuators“, erklärt Planckaert zur Funktion der Einregelung des Aktuators. „Der Stromverbrauch verhält sich proportional zu der vom Aktuator gelieferten Kraft. Die Steuerplatine kann so eingestellt werden, dass sie den Aktuator ausschaltet, wenn ein voreingestellter Grenzwert des Stromverbrauchs überschritten wird. Auf diese Weise wird die Andruckkraft der Walzen begrenzt. LINAK bietet für diese Funktionalität zwei Lösungen: eine externe Steuerplatine oder „iFlex“ – eine in den Aktuator eingebaute Steuerplatine. LACO hat sich für eine externe Platine entschieden, die sich beim Aufbau der Maschine auf einfache Weise mithilfe von Schraubenpotentiometern einstellen lässt.“

PRINZIP DES DRUCKSYSTEMS DER MANGEL

Das beschriebene System sorgt dafür, dass die Mulde der Wäschemangel mit ausreichender Kraft gegen die Walze drückt, wodurch die Wäsche geglättet wird. Die Anlage funktioniert wie folgt: Die Textilien werden in die Maschine eingegeben und über eine Walze geführt. Ein Teil der Walze ist mit einer Mulde abgedeckt. Zum Glätten der Textilien wird die Mulde entweder auf hydraulischem Wege oder mit elektrischer Kraft gegen die Walze gedrückt. Das System von Laco Machinery unterscheidet sich dadurch von der Konkurrenz, dass die Walze mit Filz beschichtet ist. „Bei Anlagen anderer Hersteller müssen die Stoffe anschließend oft erst noch getrocknet werden“, erklärt Geldhof.

Feuchtigkeitsgehalt bis 60 %

„Der Filz nimmt die überschüssige Feuchtigkeit auf. In der Walze erzeugen wir während des Betriebs ein Vakuum, sodass dem Filz bei jeder Umdrehung Feuchtigkeit entzogen wird. Dadurch können unsere Maschinen im Gegensatz zu denen unserer Konkurrenten auch Textilien mit einem Feuchtigkeitsgehalt bis zu 60 % bearbeiten. Für die Kunden ist das natürlich ein enormer Vorteil, denn sie können ihre Textilien nach der Wäsche direkt in die Mangel geben.“

ELEKTRIK UND HYDRAULIK IM VERGLEICH

Bei der Integration von elektrischen LINAK-Aktuatoren des Typs LA12 in die kleineren Typen von Wäschemangeln liegen die Vorteile also klar auf der Hand: Sie sind kostensparend, energieeffizient und verfügen über einfache Steuerungsmöglichkeiten.

Energieeffizienz erhöhen

Hydraulische Systeme haben im Vergleich zu elektrischen Systemen den großen Nachteil, dass die Pumpe ständig in Betrieb sein muss, damit der notwendige Öldruck erhalten bleibt. Der Dauerbetrieb kostet nicht nur Energie, sondern generiert auch Wärme. „Diese Wärme ist reiner Energieverlust und lässt sich kaum zurückgewinnen.“

Wartungskosten verringern

Ein weiterer Vorteil des elektrischen Systems betrifft die Wartung der Wäschemangeln. „Wir entwerfen individuelle Maschinen, die einen spezifischen Wartungsbedarf haben. Nach Installation einer solchen Maschine in einem Unternehmen muss das System natürlich auch gewartet werden. Bei hydraulischen Systemen fielen doch regelmäßig Wartungsarbeiten an. Das erforderte nicht nur eine spezielle Ausbildung der Techniker, sondern erhöhte auch die Gefahr menschlicher Fehler. Ein elektrisches System dagegen ist wartungsfrei. Es gibt weniger bewegliche Teile, weil der Aktuator unbeweglich auf die erforderliche Kraft eingestellt bleibt. Außerdem wird im Vergleich zu hydraulischen Systemen weniger Platz für den Einbau benötigt.

Arbeitslänge und Kraft begrenzt

Dennoch hat der Aktuator nicht nur Vorteile; die Minuspunkte sind jedoch eher spezifisch. Ein System mit elektrischen Antrieben ist nämlich hinsichtlich der Arbeitslänge und der Kraft begrenzt. „Nach der erfolgreichen Integration des LA12 (750 N) haben wir dasselbe System in Form des Linearantriebs LA23 (2500 N) in das etwas schwerere Modell 350 eingebaut. In der Zukunft werden wir untersuchen, ob sich das Aktuatorensystem auch zur Integration in unsere leistungsstärksten Modelle eignet, aber im Moment ist das noch nicht aktuell.“